Fleet
More Than a Code Editor
Die Zukunft von Fleet
TL;DR
Fleet begann als unser Versuch, eine neue Generation von JetBrains IDEs zu erkunden, die parallel zu denen auf Grundlage der IntelliJ Platform entwickelt wurden. Im Laufe der Zeit haben wir erkannt, dass zwei Familien von Universal-IDEs sowohl Verwirrung stiften als auch unseren Fokus beeinträchtigen. Die erneute Entwicklung des vollständigen Funktionsumfangs von IntelliJ-basierten IDEs im Kontext von Fleet brachte nicht den erhofften Mehrwert. Zudem erwies sich die Positionierung von Fleet als ein zusätzlicher Editor als nicht ausreichend, um die Beibehaltung zweier sich überschneidender Produktlinien zu rechtfertigen.
Ab dem 22. Dezember 2025 wird Fleet nicht mehr zum Herunterladen zur Verfügung stehen. Wir arbeiten jetzt an einem neuen Produkt, das sich auf Agent-gestützte Entwicklung konzentriert.
Fleet vs. IntelliJ-basierte IDEs
Viele Jahre lang konzentrierte sich JetBrains auf IntelliJ-basierte IDEs, die den meisten Entwickler*innen als Hauptumgebung dienten. Als wir mit der Arbeit an Fleet begannen, war es unser Ziel, eine leichtere Architektur, ein modernes Bedienoberflächenmodell und eine flexiblere Umgebung zu schaffen, die frei von jahrzehntelangen architektonischen Altlasten ist. Es war ein lohnendes Experiment, das sowohl aus technischer als auch aus gestalterischer Sicht ein Erfolg war. Eine Vielzahl von Fleet-Komponenten bereichert nun die JetBrains-IDEs und zahlreiche UX- sowie Bedienoberflächenkonzepte wurden in unsere gesamte Produktpalette integriert.
Als eigenständiges Produkt war Fleet jedoch nicht erfolgreich. Wir konnten weder IntelliJ IDEA durch Fleet ersetzen noch das Produkt in eine klare, differenzierte Nische einordnen. Plötzlich hatten wir zwei IDE-Familien, die sich weitgehend an dieselbe Zielgruppe richteten und sich in ihren Zielen überschnitten. Benutzer*innen fragten immer wieder, welches Produkt sie wählen sollten – und die Antwort war nie kurz oder zufriedenstellend. Zwei vergleichbare Produkte führten zu Spannungen und erweckten Fragen hinsichtlich der Zuständigkeiten sowie der langfristigen Investitionen.
Das haben wir mit Fleet ausprobiert
Wir haben Fleet zunächst als kompakte, mehrsprachige IDE und dann als Editor mit intelligenter Programmierunterstützung positioniert. Eine Zeit lang haben wir ernsthaft darüber nachgedacht, ob Fleet neben den IntelliJ-basierten Tools eine zweite Flaggschiff-IDE-Familie werden könnte. Das Feedback der Benutzer*innen war durchweg klar: Wer bereits mit IntelliJ IDEA, Rider, WebStorm, PyCharm oder einer anderen JetBrains IDE vertraut ist, benötigt einen überzeugenden Grund, um zu Fleet zu wechseln. Leider konnte Fleet nicht ausreichend Mehrwert bieten, um den Umstieg von vertrauten IDEs zu rechtfertigen.
Nachdem KI einen ausreichenden Reifegrad erreicht hatte, begannen wir mit der Erforschung von Fleet als Editor mit KI-Fokus. Wir haben neue Arbeitsabläufe entwickelt und umfassende Untersuchungen unter den Benutzer*innen durchgeführt, um potenzielle Differenzierungsmöglichkeiten sowie den langfristigen Mehrwert besser zu erfassen. Wir haben festgestellt, dass ein weiterer KI-Editor in einem Markt, der bereits durch Editoren mit KI-Fokus und Code-Forks gesättigt ist, kaum herausstechen würde. Es wurde zunehmend offensichtlich, dass der vielversprechendste Weg darin liegt, die KI-Arbeitsabläufe in unseren bestehenden IDEs zu erweitern. Der rasante Fortschritt im KI-Bereich hat jedoch eine andere Nische aufgetan, in die Fleet viel besser passt.
So sieht diese neue Nische aus
Während wir im Editor an den KI-Funktionen arbeiteten, nahm ein neuer Arbeitsablauf für die Entwicklung Gestalt an. Entwickler*innen begannen damit, wichtige Aufgaben an Agents zu delegieren – sie sollten Tests aktualisieren, Code bereinigen, Module refaktorisieren, unbekannte Codepfade erkunden und sogar neue Features entwickeln. Diese Aufgaben laufen asynchron und geben vollständige Patches zurück. Die Entwickler*innen schreiben den Code nicht selbst. Sie leiten den Agent an und überprüft seine Ergebnisse. Das unterscheidet sich grundlegend vom klassischen IDE-Workflow, der auf sofortigem Feedback, synchroner Kontroller und einem einzigen stabilen lokalen Status basiert.
Der Agent-gestützte Loop basiert auf einer strukturierten Aufgabendefinition, der Kontextzusammenstellung, mehreren asynchronen Durchgängen, isolierter Ausführung und Arbeitsabläufen, die zuerst überprüft werden. Die Zusammenführung all dieser Elemente in einem einzigen Tool resultiert in einer inkohärenten Erfahrung. Deshalb hat das Fleet-Team beschlossen, nicht mehr mit IDEs und Code-Editoren zu konkurrieren, sondern ein Produkt zu entwickeln, das sich auf Agent-gestützte Arbeitsabläufe konzentriert. Dies führte zu einer Umstellung auf ein neues Produkt: eine Agent-gestützte Entwicklungsumgebung. Diese innovative Umgebung basiert auf der Fleet-Plattform und wird unter einem neuen Namen als eigenständiges Produkt präsentiert. Die Technologie, das Team und die langfristige Ausrichtung bleiben bestehen – aber die Produktidentität und der Zielmarkt entwickeln sich weiter.
Das ändert sich für aktuelle Benutzer*innen von Fleet
Wir werden keine weiteren Updates für Fleet veröffentlichen. Der Vertrieb wird ebenfalls eingestellt, sodass Sie Fleet ab dem 22. Dezember 2025 nicht mehr über die Toolbox-App oder andere Kanäle herunterladen können.
Falls Sie Fleet bereits heruntergeladen haben, können Sie das Tool weiterhin verwenden. Einige Funktionen, die auf unsere serverseitigen Dienste angewiesen sind, einschließlich AI Assistant, könnten jedoch im Laufe der Zeit nicht mehr funktionieren.
Wir informieren Sie über Neuigkeiten zu unserem neuen Produkt, sobald wir weitere Fortschritte erzielt haben. Bleiben Sie also dran!
Autor*innen des ursprünglichen Blogposts